Märchenstunde zum Feierabend

In der vergangenen Woche haben Kerstin und ich zum ersten Mal gemeinsam aus unserem Roman vorgelesen. Im Hamburger Büro meines Arbeitgebers fischerAppelt kamen nach Feierabend etwa 25 Kollegen und Freunde zusammen, um uns zuzuhören. Wir saßen wie zwei Märchentanten in unseren Sesseln und trugen ausgewählte Szenen vor. Es gab keine großen Versprecher und die Lacher kamen an den Stellen, die wir dafür vorgesehen hatten – lief also alles nach Plan. Am Ende gab es noch eine Fragerunde. Danke, liebes Publikum, für euer Interesse! Hat Spaß gemacht mit euch.

Lesung_Hamburg

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Happy Valentine’s Day!

Für alle, die dieses Jahr am Valentinstag leer ausgehen: Wir schicken euch hiermit einen ganz speziellen Gruß! Zum Tag der Liebenden verlosen wir eine Taschenbuchausgabe von „Verplant verliebt“. Wer mitmachen möchte, kommentiert einfach diesen Beitrag. Wir hoffen natürlich, auf diesem Weg auch ein paar Valentinstagsgrüße abzustauben.

Filmreife Geschichte

Was können Marie und Karlo noch? Sind sie „nur“ Romancharaktere oder stecken in ihnen auch Spielfilmhelden? Auf der Suche nach einer Antwort habe ich mich am vergangenen Wochenende mit den Grundlagen des Drehbuchschreibens befasst. Angeleitet von einem versierten Filmautor gingen wir Kursteilnehmer der Frage nach, worauf es beim Verfassen eines Filmskripts ankommt.

Erste Erkenntnis: In ein Drehbuch gehört nur das rein, was sich später im Film auch zeigen oder akustisch darstellen lässt. Eine Figur kann ihre Gedanken nicht einfach denken und ihre Empfindungen nicht einfach empfinden, wie das im Roman üblich ist. Diese inneren Vorgänge müssen in Sicht- oder Hörbares übersetzt werden, etwa in Dialoge oder Handlungen.

Zweite Erkenntnis: Drehbuchschreiben ist eher etwas für Minimalisten. Das Zeitbudget liegt meist nur bei 90 Minuten. Prosaische Beschreibungen sind überflüssig, stattdessen sind knappe Sätze mit klaren Anweisungen gefragt. Kameraanweisungen sollten auch nur im Ausnahmefall gegeben werden, denn dazu machen sich Regisseur und Kamerateam später lieber eigene Gedanken.

Dritte Erkenntnis: Marie und Karlo gäben ganz hervorragende Filmfiguren ab, Mama Margret und Tante Gisela sowieso. Auf welche Weise ihre Geschichte in ein Drehbuch überführt werden kann, lässt sich allerdings weder in 90 Minuten klären noch an einem einzigen Wochenende. Teil 2 des Seminars ist schon gebucht und dann sehen wir weiter.

Ulrike

Harmonie bringt’s nicht

Habt ihr schon einmal einen Weihnachtsfilm gesehen, in dem alles läuft, wie von den Figuren geplant? In dem sich niemand streitet und nichts umfällt/zerbricht/in Flammen aufgeht? Genau, so etwas gibt es nicht, denn niemand fände das interessant. Harmonie im Film oder im Roman funktioniert nicht, zumindest nicht über längere Passagen. Das Zauberwort für eine spannende Story lautet: Konflikt. Dabei muss es sich nicht um einen handfesten Streit handeln.

Einer guten Geschichte liegt immer ein Hauptkonflikt zugrunde, etwa bei einem Liebesroman die verzwickte Situation, dass der Kopf was anderes will als das Herz. Im Fortgang der Story reiht sich dann ein Konflikt an den anderen: Die Eltern tauchen unangemeldet auf, wenn es gerade besonders ungünstig ist, die Chefin will, dass man mit dem Kollegen zusammenarbeitet, mit dem man am Wochenende geschlafen hat, der Rock ist auf Konfrontationskurs und klebt am Hintern fest. So etwas eben. Oder es ist wie beim Weihnachtsfilmklassiker „Schöne Bescherung“: Der Boss streicht die Weihnachtsgratifikation und Onkel Lewis zündet den Baum an. Also, wenn es dieses Jahr Weihnachten (wieder) nicht so läuft wie geplant, könnt ihr zumindest sagen: Es war nicht langweilig!

Euch allen eine schöne Weihnachtszeit!

Jetzt auch als Taschenbuch

Rechtzeitig zum Fest die gute Nachricht für alle Freunde des analogen Buches: Unser Roman „Verplant verliebt“ ist jetzt auch als Taschenbuch erhältlich. Für 9,99 Euro bekommt ihr die Liebesgeschichte in Papierform nach Hause geliefert – frisch gedruckt und versandkostenfrei. Möglich macht das Amazons Print-on-Demand-Programm. Das E-Book für 2,99 Euro gibt es natürlich weiterhin.

Die Papierversion hat für uns einen klaren Vorteil: Nun können wir unser Werk endlich auch signieren 😉

Vom Schwäbischschwätzen

Was hat das Schwäbische, was der Berliner Dialekt nicht hat? Jede Menge „Sch“-Laute und außerdem was Gemütliches, was Heimeliges. Berlinerisch ist hart und schnoddrig. Ich schreibe das als Berlinerin, die selbst kein Wort Schwäbisch spricht und ihren eigenen Dialekt liebt, aber sei’s drum. In unserem Roman schwäbeln Maries Mutter Margret und ihre Tante Gisela, was das Zeug hält.

Beim Schreiben (Kerstin) und Gegenlesen der Dialoge (ich) haben wir schnell gemerkt: Schwäbisch eignet sich besonders gut, um Mama Margret zu charakterisieren. Sie geht ihrer Tochter gehörig auf die Nerven und ist gleichzeitig rührend in ihrer mütterlichen Fürsorge, etwa wenn sie Sonntagmorgen unangemeldet vor der Tür steht: „Morge, mei Schätzle. Mir hen doch letschtens erscht drüber gredet, dass mir mal zum Frühstück komme wället. Und da sen mer.“

„Man konnte sich diese beiden Frauen so richtig gut vorstellen und ich als Leser hatte das Gefühl, ich kann auch Schwäbisch, obwohl ich aus dem Teil von Deutschland komme, wo fast nur Hochdeutsch gesprochen wird!“, schreibt eine Leserin bei Amazon. Und eine andere Rezensentin ist zuversichtlich: „Wer den schwäbischen Dialekt nicht mag, schafft es vielleicht trotzdem, Spaß an der Geschichte zu finden.“ Na, des wollet mer doch hoffe!

So richtig mit Singsang

Die erste Seite ist geschafft, die zweite auch. Verhaltene Lacher. Dann kommt die Stelle, die in der Probe nie geklappt hat, jetzt gelingt sie ohne Versprecher. Noch mehr Lacher, dieses Mal lauter. Langsam werde ich ruhiger, traue mich, den Blick vom Text zu heben und kurz ins Publikum zu schauen. Gespannte Gesichter. Nun kommt Steffis Einsatz: Sie liest die schwäbischen Dialoge. Weil Kerstin, die Dialektbeauftragte unseres Autorenduos, lieber schreibt als vorträgt, und sie auch nicht mal eben nach Berlin kommen konnte, habe ich für die Lesung eine Ersatz-Schwäbin angeheuert. Steffi trägt die Passagen mit Mama Magret und Tante Gisela in breiteschtem Dialekt vor, so richtig mit Singsang. Das Gelächter nimmt zu, und ich muss mich konzentrieren, um nicht selber loszuprusten.

Die erste öffentliche Lesung von „Verplant verliebt“ am vergangenen Dienstag im Café Freysinn war schön. Wohnzimmeratmosphäre, 15 Zuhörer, niemand ist eingeschlafen, keiner hat mit rohem Gemüse geworfen. Stattdessen gab es Spinat in Maultaschen verpackt und viel positives Feedback. Völlig neu war die Erfahrung, direkte Reaktionen auf einzelne Szenen zu erhalten. Das fehlt ja, wenn man zu Hause so vor sich hin schreibt. Wiederholung also nicht ausgeschlossen.

Ein großes Dankeschön an Steffi, das Team vom Café Freysinn und Domi, die alles eingefädelt hat!

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