Neue Liebesromane in Arbeit

Auch wenn der Blog in den vergangenen Monaten von uns etwas stiefmütterlich behandelt wurde, heißt das nicht, dass wir untätig gewesen wären. Zeit für ein kleines Update: Wir beide widmen uns zwar weiter gemeinsam der Vermarktung von „Verplant verliebt“, daneben haben wir jedoch Soloprojekte gestartet.

Kerstin schreibt an einem Liebes-Reise-Roman für Frauen. Von ihrem Schreibtisch in Hamburg tourt sie gedanklich gerade durch die ganze Welt.

Ulrike arbeitet an einem Liebesroman für Teenager. Dafür reist sie gedanklich nicht ganz so weit – nur von Berlin nach Brandenburg – aber die Abenteuer, die die Heldin erlebt, sind nicht weniger aufregend.

Wir halten euch auf dem Laufenden über unsere neuen Projekte und natürlich auch über alles rund um „Verplant verliebt“.

Pretty in Pink?

Als wir mit unserem Buchprojekt starteten, waren wir uns einig: Unser Roman erscheint nicht mit einem pinkfarbenen Cover! Auch Schweinchenrosa oder Lavendel waren keine Alternativen, die wir in Erwägung zogen. Doch als wir uns Monate später zusammensetzten, um ein Briefing für die Designer zu schreiben, kamen uns erste Zweifel. Eine Konkurrenzanalyse zeigte, dass es nur sehr wenige Liebesromane gibt, die sich dem „femininen“ Farbschema komplett verweigern. Wir mussten uns also entscheiden: Wollten wir unserem Vorsatz treu bleiben und damit riskieren, dass Liebesroman-Junkies das Suchtpotenzial unseres Lesestoff nicht erkannten? Oder wollten wir zumindest versuchen, mit unserem Werk Geld zu verdienen? Unser Cover zeigt, welche Wahl wir getroffen haben 😉

Wie stark lasst ihr euch beim Buchkauf von den Farben des Covers leiten?

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Filmreife Geschichte

Was können Marie und Karlo noch? Sind sie „nur“ Romancharaktere oder stecken in ihnen auch Spielfilmhelden? Auf der Suche nach einer Antwort habe ich mich am vergangenen Wochenende mit den Grundlagen des Drehbuchschreibens befasst. Angeleitet von einem versierten Filmautor gingen wir Kursteilnehmer der Frage nach, worauf es beim Verfassen eines Filmskripts ankommt.

Erste Erkenntnis: In ein Drehbuch gehört nur das rein, was sich später im Film auch zeigen oder akustisch darstellen lässt. Eine Figur kann ihre Gedanken nicht einfach denken und ihre Empfindungen nicht einfach empfinden, wie das im Roman üblich ist. Diese inneren Vorgänge müssen in Sicht- oder Hörbares übersetzt werden, etwa in Dialoge oder Handlungen.

Zweite Erkenntnis: Drehbuchschreiben ist eher etwas für Minimalisten. Das Zeitbudget liegt meist nur bei 90 Minuten. Prosaische Beschreibungen sind überflüssig, stattdessen sind knappe Sätze mit klaren Anweisungen gefragt. Kameraanweisungen sollten auch nur im Ausnahmefall gegeben werden, denn dazu machen sich Regisseur und Kamerateam später lieber eigene Gedanken.

Dritte Erkenntnis: Marie und Karlo gäben ganz hervorragende Filmfiguren ab, Mama Margret und Tante Gisela sowieso. Auf welche Weise ihre Geschichte in ein Drehbuch überführt werden kann, lässt sich allerdings weder in 90 Minuten klären noch an einem einzigen Wochenende. Teil 2 des Seminars ist schon gebucht und dann sehen wir weiter.

Ulrike

Harmonie bringt’s nicht

Habt ihr schon einmal einen Weihnachtsfilm gesehen, in dem alles läuft, wie von den Figuren geplant? In dem sich niemand streitet und nichts umfällt/zerbricht/in Flammen aufgeht? Genau, so etwas gibt es nicht, denn niemand fände das interessant. Harmonie im Film oder im Roman funktioniert nicht, zumindest nicht über längere Passagen. Das Zauberwort für eine spannende Story lautet: Konflikt. Dabei muss es sich nicht um einen handfesten Streit handeln.

Einer guten Geschichte liegt immer ein Hauptkonflikt zugrunde, etwa bei einem Liebesroman die verzwickte Situation, dass der Kopf was anderes will als das Herz. Im Fortgang der Story reiht sich dann ein Konflikt an den anderen: Die Eltern tauchen unangemeldet auf, wenn es gerade besonders ungünstig ist, die Chefin will, dass man mit dem Kollegen zusammenarbeitet, mit dem man am Wochenende geschlafen hat, der Rock ist auf Konfrontationskurs und klebt am Hintern fest. So etwas eben. Oder es ist wie beim Weihnachtsfilmklassiker „Schöne Bescherung“: Der Boss streicht die Weihnachtsgratifikation und Onkel Lewis zündet den Baum an. Also, wenn es dieses Jahr Weihnachten (wieder) nicht so läuft wie geplant, könnt ihr zumindest sagen: Es war nicht langweilig!

Euch allen eine schöne Weihnachtszeit!

Vom Schwäbischschwätzen

Was hat das Schwäbische, was der Berliner Dialekt nicht hat? Jede Menge „Sch“-Laute und außerdem was Gemütliches, was Heimeliges. Berlinerisch ist hart und schnoddrig. Ich schreibe das als Berlinerin, die selbst kein Wort Schwäbisch spricht und ihren eigenen Dialekt liebt, aber sei’s drum. In unserem Roman schwäbeln Maries Mutter Margret und ihre Tante Gisela, was das Zeug hält.

Beim Schreiben (Kerstin) und Gegenlesen der Dialoge (ich) haben wir schnell gemerkt: Schwäbisch eignet sich besonders gut, um Mama Margret zu charakterisieren. Sie geht ihrer Tochter gehörig auf die Nerven und ist gleichzeitig rührend in ihrer mütterlichen Fürsorge, etwa wenn sie Sonntagmorgen unangemeldet vor der Tür steht: „Morge, mei Schätzle. Mir hen doch letschtens erscht drüber gredet, dass mir mal zum Frühstück komme wället. Und da sen mer.“

„Man konnte sich diese beiden Frauen so richtig gut vorstellen und ich als Leser hatte das Gefühl, ich kann auch Schwäbisch, obwohl ich aus dem Teil von Deutschland komme, wo fast nur Hochdeutsch gesprochen wird!“, schreibt eine Leserin bei Amazon. Und eine andere Rezensentin ist zuversichtlich: „Wer den schwäbischen Dialekt nicht mag, schafft es vielleicht trotzdem, Spaß an der Geschichte zu finden.“ Na, des wollet mer doch hoffe!

Allein zu zweit

Wie schreibt man denn zu zweit einen Roman? Diese Frage haben wir in den vergangenen Jahren häufig gehört. Als wir mit dem Schreiben anfingen, kannten wir die Antwort darauf auch noch nicht. Jetzt sind wir schlauer. Bevor überhaupt der erste Satz seinen Weg ins Manuskript fand, überlegten wir uns die komplette Handlung, planten Szene für Szene und verpassten unseren Hauptfiguren eine plausible Biografie. Das Konzipieren funktionierte super zu zweit.

Dann ging es ans Schreiben und das lief weniger super. Zwei völlig unterschiedliche Herangehensweisen prallten aufeinander. Während ich jedes Wort hin- und herdrehte, fühlte sich Kerstin dadurch in ihrem kreativen Schreibfluss gebremst. Doch dann fanden wir einen Modus, der uns beiden gefiel und in den wir unsere unterschiedlichen Talente optimal einbringen konnten: Kerstin schrieb eine Passage runter, ich überarbeitete dann den Text. Plötzlich ging das Schreiben gut voran.

Zunächst saßen wir dabei nebeneinander auf dem Sofa, jeder mit seinem Laptop auf dem Schoß, später erhöhten wir den Schwierigkeitsgrad und ich verließ die Stadt. Von da an führten wir eine Autoren-Fernbeziehung zwischen Berlin und Hamburg. Unserem gemeinsamen Projekt hat es nicht geschadet – wir haben den Roman allein zu zweit fertiggeschrieben.

Ein Hoch auf unsere Probeleser!

Sie haben ausführlich getestet, kritisiert und gelobt, angeregt und Mut gemacht: die vielen Probeleser unseres Romans. Während eine Testerin ihren Detektor für Logikfehler anschmiss, prüfte eine andere die schwäbischen Passagen auf Dialektfestigkeit. Hier eine Tipperkorrektur, da eine prägnantere Formulierung und dort ein Wort weg – so vielzählig wie unsere Probanden waren auch ihre Anregungen. Unsere unerschrockenen männlichen Leser monierten, wenn sich unser Held und sein Kumpel nicht so benahmen, wie sie das von Vertretern ihres Geschlechts erwarteten. Es war auch ein Mann, dem auffiel, dass das Auto unserer Heldin mal Fiat hieß, mal Opel. Die Automarke war uns offensichtlich nicht wichtig genug, um sie uns zu merken.

Ein dickes Dankeschön geht an unsere Testleser Anke, Anna, Beate, Conni, Conrad, Dana, Daniel, Domi, Doreen, Hanne, Jule, Karo, Manu, Michael, Michaela, Runa, Sabine, Sindy, Steffi, Stephanie und Ulrike. Ihr seid die Größten!